Adib Fricke
Wem gehören die Wörter?
Sag’ besser nichts
Better say nothing at all.
Language is worth a thousand pounds a word.
—Lewis Caroll
Du Schlumpf
650 EURO kostete die Beschimpfung eines Polizistens (lt. einer Liste des ADACs und des hessischen Verkehrsministeriums mit Urteilen zu Beschimpfungen im Straßenverkehr).
Du Schwein
200 EURO kostete die Beschimpfung einer Politesse (ADAC, s.o.). Der oberste Gerichtshof Italiens entschied im Sommer 2002: Autofahrer dürfen in Italien nun einander beschimpfen, vorbei ist es mit Schadensersatzklagen wegen Beleidigung. Das Gericht argumentierte, vor allem wenn es sich um jugendliche Autofahrer handele, seien Beschimpfungen keine Ehrverletzung mehr, da sie im Alltagsleben toleriert würden, auch wenn sie moralisch nicht akzeptiert seien. Schimpfwörter dienten dazu, »einen Gedanken zu verstärken«.
Internet Explorer
1994 meldete das Unternehmen SyNet die Marke »Internet Explorer« an, Microsoft erwarb 1998 für 4,6 Millionen EURO die Markenrechte.
linux.com
Der Holländer Fred van Kempen registrierte 1994 die Domain »linux.com«. VA Research erwarb sie 1999 für ca. US$ 5 Millionen.
AltaVista.com
Jack Marshall registrierte 1994 die Domain »Altavista.com«. Compaq, durch den Kauf von Digital Computer Inhaber der Suchmaschine »Altavista«, erwarb diese 1998 für 2,8 Millionen EURO. Bis dahin lautete die URL »altavista.digital.com«.
eFlowers.com
Marc Ostrofsky registrierte 1997 die Domain »eFlowers.com«. Die Blumenhandelskette Flowers Direct erwarb diese 1999 für US$ 45.000 und zahlt in Folge 50¢ je verkauftem Blumenstrauß. Außerdem erhält Ostrofskys Frau zusätzlich jede Woche einen Blumenstrauß.
Wallstreet.com
Drei Geschäftsleute registrierten 1994 die Domain »wallstreet.com«. 1999 wurde diese bei einer Versteigerung an den Betreiber einer Online-Spielbank für US$ 1 Million verkauft.
Interflug
Der »Markenmakler« Rudolf Petrausch versuchte 1996 auf der ILA, Berlin (Internationale Luftfahrtausstellung) die Markenrechte an dem Namen der ehemaligen DDR-Fluggesellschaft »Interflug« ab 51.000 EURO zu verkaufen. Er hatte sich diesen Namen neben anderen Produkt- und Firmennamen ehemaliger DDR-Betriebe gesichert, z.B. auch “Pfeffi” für ein Pfefferminz-Bonbon.
FA Barcleycard Premiership
»Zahlen Sie einfach mit Ihrem guten Namen« war viele Jahre lang der Slogan von American Express Credit Cards. Der Wettbewerber MasterCard toppte dann um 1998 mit »…there are some things money can’t buy. For everything else there’s MasterCard«. Barcleycard hat zwar keinen so schönen Slogan, legte aber im Jahr 2001 zum guten Namen noch 77 Millionen EURO drauf, so dass die britische Fußball-Liga für drei Jahre »FA Barcleycard Premiership« heißt.
AOL-Arena
Ein wenig billiger wurde es für den Online-Anbieter AOL, der 2001 für fünf Jahre die Namensrechte an dem Fußball-Stadion in Hamburg erwarb: 15,3 Millionen EURO kostete das Recht zur Bezeichnung des Stadions als »AOL-Arena«.
Alles braucht einen Namen
Alle Wörter sind öffentlich
Streit ums Wort
Mein Wort gehört mir
Sag’ besser nichts
Falsche Wörter
So muss es heißen
Wem gehören die Wörter? Der Sprachraum als Eigentum, Teil 5
© 1999-2003 Adib Fricke, The Word Company.