2004/09/29
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Die Ernst Klett Sprachen GmbH, die die hellgrünen Pons-Wörterbücher verlegt, vergibt zum fünften Mal ihren Kreativpreis »Pons Pons« an Journalisten, die sich in diesem Jahr eine besonders lustige Wortneuschöpfung haben einfallen lassen oder sich noch einfallen lasen werden. Die sieben Gewinner-Wortspiele des Jahres 2003 lauteten »Grosser Gerneklein«, »Bequemes Vichywaschi«, »Global Prayer«, »Tyrannosaurus Lex«, »Espressionismus«, »Hertha BSE, »Der Scholzomat«. Der Verlag sieht im Wettbewerb »eine Möglichkeit, geistreiche Wortschöpfungen von Journalisten, die in den seltensten Fällen in einem Wörterbuch landen, auszuzeichnen.« In der Tat scheint die Halbwertszeit bei diesen Begriffen nicht sehr groß zu sein. Im Jahr 2000 z.B. wurden neben anderen »Uschiglasierung« und »Inder-Wahnsinn« prämiert, alles »Einjahrsfliegen«, um im Kreativrahmen von Pons Pons zu bleiben.

Gibt man bei Google.de »Inder-Wahnsinn« ein, so finden sich auf anhieb zwar glatt mehr als 100 Treffer, doch vertraut die globale Suchmaschine der eigenen Ergebnismasse nicht und fragt sicherheitshalber nach »Meinten Sie: in der-wahnsinn«. Als Titel für mittlerweile auch schon veraltete Sammlungen mit wirklich schlechten Witzen scheint der Inder-Wahnsinns-Begriff wohl geeignet gewesen zu sein, denn wenn die Inder kommen, so der Witz-Tenor der Zeit, würde das Pausenprogramm »Moorhuhnjagd« gelöscht und durch »Flying Curry-Chicken« ersetzt, aus »Netscape 4.7« dann »Himalaya 3.5« und der »Papierkorb« auf dem Computerbildschirm zum »Nirwana« werden.

Nur der »Teuro« bzw. T€uro, ein Gewinner von 2001, hat als eine der wenigen Begriffsbildungen, die beim jährlichen Wettbewerb für kreative Wortschöpfungen prämiert wurden, mehrere Jahre überdauern können. Laut Verlagsinformation wurde das Wort am 7. Mai 2001 vom Preisträger J. Schuster im Magazin Focus schriftlich fixiert, sprich nachweislich erstmalig publiziert, auch wenn die naheliegende Wortzusammenziehung angesichts der empfundenen Teuerung bei der Einführung des Euros vermutlich von vielen Menschen zeitgleich in die Umgangssprache eingeführt wurde.

Gewinner des vergangenen Jahres wählen mit Unterstützung eines Mitglieds der Pons-Wörterbuchredaktion die diesjährigen Preisträger aus. Und laut Pressemitteilung wurde der Verlag »kreativ unterstützt von der Frankfurter Werbeagentur Leo Burnett, die sich … ein besonderes Motiv einfallen ließ«, mit dem sie den »visuellen Bezug zur Ausschreibung des Preises« schuf: Ein auf einem Computerbildschirm geöffnetes Fenster einer Textverarbeitung, die den Namen des ausgeschriebenen Wettbewerbs nicht kennt und mit programmgesteuerter Rechtschreiblogik das Doppelwort rot unterstrichen hat.

In Japan gibt es viele onomatopoetische Begriffe, die aus einer Wortdoppelung bestehen, neujapanisch »Feelinguals« genannt. »Goro Goro« steht dabei neben Donnergrollen für »ich verschwende den Tag«, lautmalerisch das Geräusch des fortdauernden im Kreislaufens darstellend.

Einsendeschluss ist der 15.12.04, http://www.pons.de/journalisten/ponspons/

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