»… offenbar setzt die Untauglichkeit der Sprache zur Kommunikation immer wieder eine gewaltige, nicht enden wollende Beredsamkeit in Gang. Oder anders gesagt: Mit den Mitteln der Sprache versucht der Sprachzweifler seine Zuhörer oder Leser davon zu überzeugen, dass mit den Mitteln der Sprache nichts zu erreichen sei.«
Thomas Steinfeld kritisiert in der Süddeutschen Zeitung vom 9.12.04 Elfriede Jelineks Videobotschaft zur bevorstehenden Verleihung des Nobelpreises für Literatur. Angesicht von Kalauer-Sätzen wie »ich bin der Vater meiner Muttersprache« oder »der Worte sind genug gewechselt, der Wechselkurs ist unheimlich schlecht« spricht er von einer »fatalen Witzelsucht« der Autorin, die sich schon längst freiwillig ins Abseits begeben hat: »Mir sagt meine Sprache nichts, wie soll sie dann anderen etwas sagen?«
2004/12/10