2005/03/25
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Die Aufmerksamkeit ist gewiss, die Schlagzeilen sind klar. »Man smuggles own art into MoMA« überschrieb Reuters einen Artikel, The New York Times brachte ein kleines Foto auf der Titelseite. Wenn einem ein Museum als Graffiti-Künstler keine Arbeiten abkauft und mit in die Sammlung aufnimmt, dann muss man als Künstler wohl die Arbeit selber ins Museum tragen und dort aufhängen. Der britische Street-Art-Artist Bansky, der sonst z.B. eine ballspielende Ratte auf eine Hauswand unter ein Schild mit Aufschrift »No Ball Games Allowed« sprühte, entwarf vier Bilder für vier Museen in New York und hängte sie dort auf: eine Tomatensuppendose für das Museum of Modern Art, ein mit einer Gasmaske übermaltes Frauenporträt für das Metropolitan Museum, ein mit Peace-Zeichen und Spraydose übermaltes Soldatenporträt für das Brooklin Museum und einen Käfer, der Miniaturbomben unter seinen Flügeln hat, für das Museum of Natural History. Beim MoMA soll es laut Reuters drei Tage gedauert haben, bis entdeckt wurde, dass ein Bild vorhanden ist, was nicht vorhanden zu sein hat.

Sich das Museum mit der eigenen Arbeit anzueignen und diese, ohne dass sie dazugehört, dort hin zu bringen, hat es auch schon zuvor gegeben. Doch Bansky hat es mit seinen platten Bildchen geschafft, medienwirksam und aufmerksamkeitsstark in die Öffentlichkeit zu treten. Auf seiner Webseite sind alle vier prominenten Institutionen und der »geballte Angriff« darauf als Orte aktueller Ausstellungsaktivitäten gelistet, ein rotes, versales REMOVED prangt über den Detailangaben. Mit Hilfe von Wooster Collective, einer Website für die globale Graffiti-Szene, gelangte das Projekt in die Öffentlichkeit. Dort wurden Fotos aus einem Minivideo bereitgestellt, die das Aufhängen im Museum zeigen und nur darauf warteten, durch die Presse entdeckt zu werden: »It’s been a crazy 24 hours since we posted the Banksy photographs yesterday morning.«

©2004–2012 Adib Fricke, adibfricke.com.