2004/10/26
posted in Words | Comments Off

Es gibt ja eher selten gute Performances, aber ein echtes Highlight auf der Zoo Art Fair in London, die als »junge Messe« parallel zur Frieze Art Fair stattfand (siehe Eintrag vom 21.10.04), war der Performance-Abend im Reptilienhaus des Londoner Zoos. Sally O’Reilly hatte das etwas länger als eine Stunde dauernde Programm zusammengestellt.

Jonathan Allen trat in der Rolle des Magiers Tommy Angel zusammen mit seiner Assistentin Miss Direction auf. Mit cooler Geste präsentierten die beiden surreal wirkende Zaubertricks, für einen kurzen Augenblick schien es, als wolle gleich ein andalusischer Hund auf die Bühne springen. Wow!
Hayley Newman und Simon Beresford zeigten ihre unglaubliche Löffelperformance. Während er, europäischer Meister im Löffelspielen, den richtigen Ton durch virtuoses Löffelschlagen vorgab, machte sie den Löffeltanz in einem Kleid mit über 1.000 Plastiklöffeln behängt.

Andrew Bailey spielte mit dem Staubsauger, zog sich einen großen Gummihandschuh über den Kopf, saugte Tischtennisbälle in den Mund und spuckte sie durch ein Plastikrohr wieder aus – ein puzzeliges Spiel aus live aufgeführten Bildideen und Geräuschen.

Laura Cull benutzte Auszüge aus Sigmund Freuds Medusa-Text als Hintergrundmatritze, um sich im Verlauf ihrer Performance von einer Truppe männlicher Wissenschaftler zu emanzipieren, die sie unter dem Namen »The Neo-Freudian Performers« beim Vorspielen begleiteten.
Nur die schwarzen Mambas, mit lateinischen Namen Dendroaspis polylepis genannt, waren an diesem Abend ziemlich nervös.

©2004–2012 Adib Fricke, adibfricke.com.