2006/08/04
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Manche eingeführten Begriffe lassen sich am Ende halt doch nicht ideologisch umbenennen. Als das »Good Old Europe« sich gegen den Irak Krieg von George W. Busch und seine Ölkumpels stellte, da kamen konservative US-Abgeordnete auf die gleiche Idee wie andere zuvor schon während des 1. Weltkriegs: Gängige Lehnworte aus dem Land eines politischen Gegners euphemistisch umzubenennen. So wurden als Reaktion auf Frankreichs Kritik an der us-amerikanischen Nahost-Politik French Fries, gewöhnliche Pommes also, zu Freedom Fries verklärt. Um 1915 wurde kein Sauerkraut mehr verkauft, es hieß Liberty Cabbage (siehe hierzu So muss es heissen). Vielleicht braucht es noch ein paar mehr Begriffe für »Freiheit«, um auf politischen Speisekarten der Zukunft zumindest ein bisschen mehr Namenvielfalt zu erlangen.

Nun sollen einem dpa-Bericht zufolge auf den amerikanischen Speiseübersichten – auch auf denen der Kantinen im US-Repräsentantenhaus – wieder French Fries wie auch wieder French Toast stehen. Wer schon Freiheitsessen haben möchte, könnte ja Speisen aus dem eigenen Land entsprechend besetzen. »Freiheitsburger« und Co. passen aber nicht wirklich ins globale Marketingkonzept großer Fleischklopsbrätereien und sind wohl nur regional bzw. saisonal einsetzbar wie eine Suche nach »Liberty Burger« schnell zeigt. Spannender für die Großen sind dagegen Filialen vor oder in der Nähe der jeweiligen »Mission-Stationen«. So sitzen die Lieferanten heimattypischer US-Nahrung wie Pizza Hut, Burger King, Subway, Popeye’s oder Taco Bell auch beim »Camp Liberty« in Abu Ghurayb.

Unter dem Slogan »Serving those who serve U.S.« berichtet die amerikanische Fachdienst-Webseite QSR Web (Ideas & Trends for the Quick-Service Restaurant) ausführlicher über die Truppenversorgung an den aktuellen Konfliktplätzen. Das Glücklichmachen der Soldaten erfreut auch die Unternehmen, die kräftig daran verdienen: »Providing food in a combat zone is a business venture, too. AAFES’ [Army & Air Force Exchange Service] 160 restaurants earned $80.1 million in total sales for 2005 at U.S. bases in Iraq, Afghanistan and Kuwait.« (http://www.qsrweb.com/article.php?id=754&prc=114)

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