2004/12/01
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die tageszeitung (taz) veröffentlichte im ihrem Wochenend-Magazin einen ganzseitigen Artikel von Karl Hübner über The Word Company: Angenehm sinnfrei.

Jetzt bekomme ich reichlich Fanpost über die Webseite. Gestern bat mich jemand, mit einem passenden Wort für Nichtraucher zu helfen.

Lieber Adib Fricke,

ich suche schon einige Zeit ein passenden Wort für Nichtraucher. Mich stört: als ich mir mühselig das Rauen abgewöhnt hatte, ich also Nicht… bin, jetzt immer noch ein Raucher in meinem Nichtraucherstatus enthalten ist. Deshalb muss dringend ein eigenes Wort dafür her!

Am Wochenende las ich über Sie in der taz, das war interessant. Deswegen frage ich Sie als Worterfinder, was fällt Ihnen ein?
Herzliche Grüße und ich bin gespannt…

Mal eben so ein bedeutungstragendes Wort zu finden und zu verschicken, ist nicht Sache von The Word Company. Der Frage nachzugehen, wie das zu bezeichnen sei, was (man) nicht mehr ist, wenn es für den früheren Zustand kein Antonym (außer einer Negation) gibt, ist schon interessant.

Nestlé z.B. versuchte 1999 für seinen Lipton-Eistee in einem gemeinsamen Wettbewerb mit dem Duden-Verlag einen Begriff für nicht-durstig zu prägen. Obwohl mit viel PR-Aufwand verbreitet, das Gewinnerwort sitt hat sich trotzdem nicht durchgesetzt. Vielleicht sind ja »danke, ich habe keine Durst« oder »danke, ich rauche nicht« im Sprachalltag auch völlig ausreichend.

Auf einer Webseite zum Nichtrauchen, die eher zum Suchmaschinenfüttern als zu wirklichen Informationszwecken angelegt worden zu sein scheint, fand ich bei der Suche nach Antonym für Raucher diese Argumentation: »Wenn niemand rauchen würde, gäbe es auch keine Nichtraucher und dem gemäß auch nicht die Notwendigkeit, ein Antonym zum Wort “Raucher” zu finden.«

©2004–2012 Adib Fricke, adibfricke.com.