
Sehr nett. Jemand verkaufte bei eBay sieben gebrauchte Buchstaben, die mal an einem Gebäude angebracht das Wort »Lindows« geschrieben haben. Nach offizieller Srabble-Wort-Liste lassen sich damit außerdem mehr als 100 andere Wörter der englischen Sprache bilden, wie der Anbieter in seinem eBay-Angebot geschrieben hat.
Auf das Buchstabenset wurde kräftig geboten, 10.000 Dollar zahlte der oder die Höchstbietende mit eBay-Namen »welfaric« nach 62 Gebotsrunden. Dafür gab noch drei weitere Buchstaben gratis dazu, unter anderem ein weiteres W. Sicherheitshalber warnte der Anbieter die potentiellen Käufer: »WARNING! Improper placement of W may result in lawsuits. Use at your own risk!« Denn das Unternehmen Lindows von Michael Robertson entwickelte und vertrieb »Lindows.OS«, ein linuxbasiertes Betriebssystem (OS für Operating System), das besonders kompatibel mit Windows(programmen) sein soll.
Microsoft klagte 2001 in Amerika und in Europa gegen Lindows und Lindows.com, zu groß sei die Verwechselungsgefahr und Nähe zu der Microsoft-Marke »Windows«. Während z.B. in Schweden die weitere Verwendung von Lindows gerichtlich untersagt wurde, blieben in Amerika Marke und Domain für das Unternehmen erhalten. Lindows ging zugleich pr-trächtig in die Offensive und beantragte die Löschung der Marke »Windows«. Laut Antragsbegründung habe sich Microsft den Begriff Windows im Jahr 1983 unrechtmäßig angeeignet, als dieser bereits für Programmfenster unter grafischen Benutzeroberflächen geläufig gewesen sei. Schon Ende der 70er habe es “windows systems” oder “windows programs” gegeben, der Name sei beschreibend und es gebe ein Freihaltungsbedürfnis für andere Marktteilnehmer. Anfang 2004 kam es zu einer aussergerichtlichen Einigung, aus Lindows wurde »Linspire« und die Marke Windows nicht mehr in Frage gestellt. Dafür zahlte Microsoft wohl ca. 20 Millionen Dollar Entschädigung. (Siehe auch »Mein Wort gehört mir«.)