2011/10/06
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… In Wahrheit wissen wir von Tao ebenso wenig wie von logos, womit Tao gern wiedergegeben wird; wenn das Wort ursprünglich Weg bedeutet hat, so mag das ein Wandertitel für moralische Bücher gewesen sein, den wir im Orient wie im Abendlande oft finden. Was Lao-Tse und Tschuang-Tse dann in das Wort hineinlegten, war die uralte und immer noch lebendige Sehnsucht der Mystik, das Unaussprechliche mit einem Worte auszusprechen. Das Wort sagt nichts, durchaus nichts, was nicht die chinesischen Mystiker aus ihrer (genialischen oder[269] überkommenen) Seelensituation hineingelegt, hineingeheimnißt haben. Das Wort ist nicht nur für das Abendland unübersetzbar, es ist auch für China positiv nicht definierbar, höchstens negativ zu umschreiben: es ist nach Buber (S. 105) das Unerkennbare, im Werden die Ungeschiedenheit, die Ungeschiedenheit auch im Sein, in den Dingen. Wer sich im Abendlande zum Taoismus bekennt, der bekennt sich zu einem suggestiv neuen Namen für den ungenannten Gott der Stummen des Himmels. Und nachdem ich eben zwischen Tao und unserem Gottesbegriff unterschieden habe, möchte ich jetzt hinzufügen, daß wir dennoch Tao religiös, fast theologisch wiedergeben könnten, wenn wir uns von der Sprache befreien und sagen wollten: »Das Gott«. Was wieder noch unpersönlicher mir klänge als etwa: »das Göttliche«.

Ich habe das Wort gebucht, weil es in seiner ganz exotischen Fremdheit noch besser als die griechischen Wörter und ihre Lehnübersetzungen lehrt: die tiefsten Ahnungen der Philosophen lassen sich nicht aussprechen, es geschähe denn in undefinierbaren Worten, deren Gefühlston für die Gläubigen jede Klarheit ersetzen muß, – wie in der Religion. …

aus: Fritz Mauthner, Wörterbuch der Philosophie

2011/07/12
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Linke Gehirnhälfte in der Nähe von Berlin

 

Auf der Suche nach der linken Hirnseite … Bei der Recherche zu einer neuroästhetischen Fragestellung hatte ich das Suchanfragenfeld noch auf »Google-Maps« eingestellt und nicht auf »Bildersuche«, wo ich eigentlich schauen wollte. So wurde die Suchanfrage an die Karten-Webseite übergeben, und diese gab ein etwas verwunderliches Ergebnis aus.

2011/06/26
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Meine Arbeit Zur Theorie der Gedanken für die Universität Luzern und die Pädagogische Hochschule Zentralschweiz ist fertig installiert. Seit letzter Woche hängen alle acht farbigen Textblöcke an den für sie vorgesehenen Position in den Gängen des Neubaus in der Frohburgstrasse 3, CH-6005 Luzern.

 

   

 

Adib Fricke

Zur Theorie der Gedanken

Ein Kunstwerk für den Neubau der Universität Luzern und der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz

 

Hochschulen sind Orte des Austauschs, des Dialogs und der Diskussion. Dies aufgreifend wurde ein Kunstwerk geschaffen, dass mit den Prozessen sprachlicher Interaktion spielerisch umgeht.

More…

2011/06/25
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»… die Dichter selbst lieben es ja, den Abstand zwischen ihrer Eigenart und allgemein menschlichem Wesen zu verringern; sie versichern uns so häufig, daß in jedem Menschen ein Dichter stecke; und daß der letzte Dichter erst mit dem letzten Menschen sterben werde«

Sigmund Freud: »Der Dichter und das Phantasieren«

Die Nähe zum allseits bekannten Beuys-Ausspruch Jeder Mensch ist ein Künstler ist offensichtlich. Dieser Slogan für die Idee der Sozialen Plastik kommt übrigens mit Einschränkung daher: »Damit sage ich nichts über die Qualität. Ich sage nur etwas über die prinzipielle Möglichkeit, die in jedem Menschen vorliegt … Das Schöpferische erkläre ich als das Künstlerische, und das ist mein Kunstbegriff.«

Im Netz wird dieser Satz ganz gerne zitiert, doch fehlen Details. Die deutschsprachige Wikipedia gibt eine Quelle für das Zitat an, dort wird es dann aber auch nur ohne weitere Angaben wiedergegeben.

2011/06/18
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Bevor ich zu den Wörtern kam, galt mein Interesse lange der Fotografie. Ende der 80er Jahre habe ich aufgehört mit Fotos zu arbeiten und mit verschiedenen Text- und Wortarbeiten begonnen. In der Ausstellung »Once I say I, I am talking to you«, 2009, habe ich ca. 20 Jahre später die Fotografie als eine zusätzliche Arbeitsform für mich wieder entdeckt. Drei Leuchtkästen mit je einem Foto standen im Dialog mit Textarbeiten.

Nun sind fünf neue Motive entstanden, die ich hier kurz vorstelle. Die Maße sind gleich, je 752 x 1113 x 90 mm. Aktuell arbeite ich an einem neuen Teil der Webseite: Ein Katalog, der in Ergänzung zu den Projekt-Dokumentationen vorproduzierte Einzelarbeiten ausführlicher zeigen wird. Die Abbildungen sind Bestandteil davon.

 

  
 

2011/06/07
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Andreas Wacker hat Daten zur aktuellen Verbreitung von Ehec zusammengestellt und eine Kartenübersicht daraus generiert. Diese liegt als Layer über einer Google-Karte von Deutschland. Das gibt nicht nur einen schnellen Überblick. Erstaunlich ist auch, was über die GoogleMaps-Programmierschnittstellen alles möglich zu sein scheint.

2011/05/30
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Die Artothek Berlin hat eine meiner Lackplatten-Arbeiten gekauft. »I like looking at something…« kann nun demnächst beim n.b.k. (Neuer Berliner Kunstverein e.V.) ausgeliehen werden.

 

I like looking at something to experience the intensity,
Aluminium-Verbundplatte/Autolack, H 630 x B 855 mm

Die Arbeit ist eine Auflagenarbeit, die Auflage ist 12. Wer sie gerne selbst besitzen und nicht nur ausleihen möchte, kann ein Exemplar davon direkt bei mir erwerben.

2011/05/25
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One of my works became very popular on the internet. It was hijacked by Myspace users and others who join similar teenage love orientated platforms. Actually the »captured« images were not even a work, they just were drafts for the work you can dump me. I had published them on my former web site, and since someone of this social network discovered them, I got a lot of deep links to my site. Deep linking means, you just add the URL of a text or image in your site/page and then can display the content from another web site. You even don’t have to pay the traffic, and it seems that this is still quite common.

After I found these links in the log files of my server, I followed those who have included my work, and started to collect some screenshots of Myspace pages (and other sites, too) on which the work was displayed. It’s funny to see the crowd of all these web site images, how they are dissimilar and how my work is placed there almost as a constant, but also how the work becomes different in the variety of all the personal contexts.

Here are some screen shots from this collection:

 

imaginary girl friend imaginary girl friend imaginary girl friend
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2011/05/23
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That which we call a rose, by any other name would smell as sweet.

—William Shakespeare, »Romeo and Juliet«

Am Donnerstag, dem 26.5. eröffnet die Franzotti Gallery in Berlin. Das Konzept ist speziell – es sollen kulturelle Veranstaltungen stattfinden und zugleich italienische Weine angeboten werden …

Ich war beauftragt, für diesen Ort eine Arbeit zu entwickeln. Diese ist fertig installiert. Ausgehend vom Namen habe ich eine Permutationsarbeit gemacht.

 

Franzotti Gallery Berlin

frottazni, tornifatz, zanfrotti, fitzornat, ottifranz, itranzoft
Acryl, 2011

Das Projekt ist von der italienischen Architektin Carla Garozzo ins Leben gerufen worden, die seit einigen Jahren in Berlin lebt.
Kuratiert wurde die Ausstellung von Alessandra Pace. Als weitere Künstler mit dabei sind Alex Auriema, Alessandro Dal Pont, Valeria Sanguini

Franzotti Gallery
Kreuzbergstraße 71
10965 Berlin

 

Franzotti Gallery Berlin

 

Und für alle, die es interessiert, ist hier das Shakespeare-Zitat aus »Romeo und Julia« noch etwas ausführlicher wiedergegeben.

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JULIET

O Romeo, Romeo! wherefore art thou Romeo?
Deny thy father and refuse thy name;
Or, if thou wilt not, be but sworn my love,
And I’ll no longer be a Capulet.

ROMEO

[Aside] Shall I hear more, or shall I speak at this?

JULIET

‘Tis but thy name that is my enemy;
Thou art thyself, though not a Montague.
What’s Montague? it is nor hand, nor foot,
Nor arm, nor face, nor any other part
Belonging to a man. O, be some other name!
What’s in a name? that which we call a rose
By any other name would smell as sweet;
So Romeo would, were he not Romeo call’d,
Retain that dear perfection which he owes
Without that title. Romeo, doff thy name,
And for that name which is no part of thee
Take all myself.

ROMEO

I take thee at thy word:
Call me but love, and I’ll be new baptized;
Henceforth I never will be Romeo.

—William Shakespeare, »Romeo and Juliet«, act II, scene II

©2004–2012 Adib Fricke, adibfricke.com.